Bundesversammlung

Gert Ewen Ungar

Zum Glück sind wir eine gefestigte, aufrechte Demokratie, in der einer Besetzung wichtiger politischer Posten immer eine breite gesellschaftliche Diskussion voraus geht und in der zahlreiche Bewerber sich in einem demokratischen Wettstreit nach Kräften darum bemühen, ihre Qualitäten herauszuarbeiten, die sie ihrer Meinung nach für die Besetzung des Amtes auszeichnet.
In anderen Ländern, auf die wir mit vollem Recht verachtungsvoll hinabblicken, da sie demokratische Regeln nicht beachten und grundlegende Menschenrechte mit Füßen treten, in denen die Korruption grassiert, in solchen Ländern nämlich wird die Besetzung hoher Ämter einfach in Hinterzimmern abgesprochen und ausgekungelt. Da werden dann Unterstützer von Folter und Förderer von Putschisten, da werden jene an die Staatsspitze gesetzt, mit deren tatkräftiger Hilfe alle sozialen Errungenschaften zurück gebaut wurden und die Bürger um ihre gerechte Teilhabe an Wachstum und Prosperität zu Gunsten einer kleinen Elite gebracht werden. Zum Glück passiert das hier nicht.
#schonwiedernichtmeinPräsident

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Nach Köln: Männer die Frauen das Patriarchat erklären

Jetzt in der Medienlandschaft zu beobachten: (großteils weiße, männliche) Redaktuere, die Frauen unbedingt das Patriarchat und den Feminismus erklären müssen. Frau muss aufgeklärt werden darüber – da ihr das vermutlich vollkommen neu ist – dass das westliche Patriarchat, nichts weiter ist als eine einzige großte Scheinheiligkeit (aus “der Freitag” vom 7. Januar, ausnahmsweise von einer Frau, Antje Schrupp, die aber dem typischen männlichen Muster “Mann-erklärt-Frau-nach Köln-die-Welt” genau folgt welches ich im folgenden beschreiben möcht): “Der Schutz, den der westliche Mann “seinen” Frauen anbietet, hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet. Sondern es ist eher so wie bei Lord Cromer, der Ende des 19. Jahrhundert britischer Generalkonsul in Ägypten war. Dort betrieb er vehement die Entschleierung der “unzivilisierten ägyptischen Frauen – während er gleichzeitig in England eine “Männerliga gegen die Einführung des Frauenstimmrechtes” gründete.”

So weit so richtig (warum nur liest man solch interessante Dinge sonst nur so selten?). Wichtig ist jetzt in diesem Narrativ aber unbedingt noch der Dreh, dass dies der Beweis dafür ist, dass das alles auf keinen Fall etwas zu tun haben kann mit einem importierten Patriarchat – weil wie gesagt das hiesigie Patriarchat schon viel schlimmer ist als alles, was je von außen kommen könnte.´Dann muss Redakteur Frau aber noch erklären, dass Köln sowieso gar nichts mit Patriarchat oder sexueller Diskriminierung zu tun hatte, sondern ausschließlich mit organisiertem Verbrechen zu erklären ist: “die sexuellen Übergriffe hätten vor allem diesen Zweck gehabt die Opfer abzulenken, damit man sie leichter beklauen kann. Gut möglich, dass einige auch glaubten, ein sexueller Übergriff würde die weiblichen Opfer zum Schweigen bringen und verhindern, dass sie Anzeige erstatten. Aber da haben sie sich halt geirrt. Sie waren nämlich in Köln und nicht auf dem Tahir-Platz.”

Um das Topos abzuschließen fehlt nun noch, dass Redakteur zur Besonnenheit aufruft. Besonnenheit ist natürlich immer wichtig, erstens, aber es ist zweitens auch eine sehr “zivilisierte” Form der Männlichkeit. Frauen sind von Natur aus emotional und hysterisch. Zivilisierter Mann rottet sich nicht einfach zusammen und haut mit einer Keule dem Schänder seines weiblichen Eigentums aufs Maul, so wie in einigen Youtube-Filmen jetzt zu sehen. Er kann sich beherrschen. Er schreibt eine intellektuelle Notiz auf Facebook.
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Das Silvester der Denkverbote

Kölner-HH-2

von Till Nikolaus von Heiseler

Das Jahr 2015 markiert den Anfang vom Ende Europas. Das Jahr, das von Denkverboten bestimmt ist und in dem sich eine brutale Selbstzensur der Presse etabliert hat. Nur mit systemtheoretischen und poststrukturalistischen Modellen können wir verstehen, was hier passiert. Unser Steinzeitgehirn und unser Gefühl für Gut und Böse reichen dafür nicht aus.

In der Silvesternacht rotten sich etwa 1000 „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammende Männer“ (Focus) zusammen und vergewaltigen, demütigen und bestehlen Dutzende von Frauen. Mitten im Zentrum der Zivilisation: in Kölns Innenstadt, in der Nähe des Bahnhofs. Es ist ein kleiner Skandal, dass dies passiert. Doch ein großer Skandal ist, dass es vier Tage dauert, bis die sogenannte seriöse Presse darüber berichtet. Die Nachricht war auf Blogs und in sozialen Medien sofort präsent. Die Quellen waren so fragwürdig, dass ich mir nicht sicher war, ob es sich nicht um…

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Volkswind und Deutsche Bank – in wessen Namen?

Neulich stieß ich auf einen Artikel über eine Firma namens Volkswind. Es ging darum, dass diese Firma – wie nicht schwer zu erraten ein Windkraftunternehmen – die Ergebnisse eines Vogelschutzgutachtens zurück hält.
http://www.siegener-zeitung.de/siegener-zeitung/Windkraft-Daten-bleiben-geheim-54ee8bd7-3e5e-4bf6-92ff-c928832f0af4-ds
Aber ich stolperte vor allem über den Namen: Volkswind. Allen Ernstes.  Sollte man Firmen nicht lieber verbieten, Begriffe wie Volk” oder “Deutsche” im Namen zu führen? Nicht, weil ich “antideutsch” eingestellt wäre. Oder weil ich was gegen Volkswagen hätte. Und sind wir nicht alle mit dem Namen dieser Firma als Teil unserer Identität groß geworden (geschickt genutzt von VW derzeit in ihrer Werbekampagne “das Auto”). Einfach nur eine Marke wie jede andere auch? So wie Tempo? Aber mal im Ernst: Firmen können doch nicht im Namen des Volkes, also uns, allen möglichen Produkte – oder gar Mist verkaufen, wo kämen wir denn da hin? Oder wenn es so ist wie bei der Deutschen Bank: eigentlich ist der Hauptaktionär Blackrock, ein amerikanischer Geierfonds (oder sagen wir höflicher: Großinvestor) und macht mit einem Haufen Prozesse und dm von unglaublicher Arroganz getragenen Management eigentlich schon lange nur noch Schande…kann man nicht vielleicht auch Firmen ausbürgern? Sollten wir uns nicht um die “Reputation”, das “Image” unseres Landes Gedanken machen? (Manche behaupten ja, dass Deutschland sowieso nicht anderes als eine Firma ist, also warum sie nicht auch gleich so managen?) Wie auch immer. Es gibt heute aus meiner Sicht keinen Grund mehr einem Unternehmen zu erlauben, sich mit dem Namen “Deutschland” eine Anmutung zu geben, die in keiner Weise zu rechtfertigen und im Grunde nichts anderes ist als: Verbrauchertäuschung. Wenn Standesämtern ihren Bürgern verbieten können, ihre Kinder Pumuckel oder dergleichen zu nennen, warum sollte etwas Ähnliches nicht für Unternehmen möglich sein? Zumal es nur zu deren Besten wäre….Ehrlich.

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Warum verschrenken?

Es interessiert wahrscheinlich überhaupt niemand, aber ich wollte doch wenigstens ganz kurz erklären, warum ich meinen (entgegen aller Schreibregeln sehr unregelmäßigen und unsystematisch geführten) Blog “verschrenken” genannt habe (eigentlich ja ein ziemlich hässliches Wort). Ist ein Kombiwort aus verschenken und verschränken. Das Schöne am Internet ist, dass jeder seine Gedanken an die Welt verschenken kann. Ob es jemand gibt, der dieses Geschenk annehmen möchte weiß niemand im Voraus. Aber verschenken und verschränken (also Menschen und Gedanken zusammen zu bringen), das ist doch eigentlich genau das, worum es im Internet geht, oder nicht? So, das war schon die Erklärung. Vielleicht fällt mir irgendwann ja noch ein besserer Name ein. Denn man könnte vielleicht auch an beschränkt denken bei dem Wort, oder an einschränken…und das wäre ganz und gar nicht im Sinne des Gemeinten. Aber vorerst fällt mir glaube ich einfach nichts besseres ein 😉 Vorschläge sind jederzeit herzlich willkommen…..

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Das PR-Disaster der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Wer mal wieder ein Beispiel für ein richtiges Social-Media-PR-Disaster sehen will, sollte sich die Facebook-Seiten der Initiative Soziale Marktwirtschaft ansehen (https://www.facebook.com/Marktwirtschaft?fref=ts), besonders die Diskussionen um TTIP und Co. Da sitzen anscheinend PR-Leute, die sich auf einem Feldzug befinden, Nutzer ironisch abkanzeln, mit den immer gleichen nichtssagenden Informationen antworten und glauben, das sei glaubwürdige Kommunikation. Besonders lustig ist es an Sonntagen, denn da bezahlen sie offensichtlich niemanden dafür, den Leuten zu antworten und die können endlich mal ganz unter sich diskutieren (übrigens in aller Regel recht zivilisiert und mit guten Argumenten).

Was ich mich bei so etwas immer frage ist, ob die PR-Leute, die da sitzen bzw. die Leute, die diese eingestellt haben oder beauftragen, wirklich daran glauben, dass sie auf diese Weise wirklich etwas bewirken… außer das genaue Gegenteil. Offensichtlich können oder wollen sie tatsächlich nicht zur Kenntnis nehmen, was sie dort anrichten. Vielmehr fühlen sie sich ganz offensichtlich im Recht, und statt einzusehen, dass es besser wäre, den geordneten Rückzug anzutreten, machen sie sogar noch weiter und versteigen sich immer mehr.

Abgesehen von diesem extremen Negativ-Beispiel (ein paar andere würden einem ach noch einfallen, etwa die Seite der Bundesregierung) wirkt es übrigens auch sonst in vielen Fällen alles andere sympathisch, auf facebook als Institution zu kommunizieren. Man kann keinen Dialog mit einer Marke haben, genau genommen kann man noch nicht mal mit einem Unternehmen einen Dialog haben. Man wäre ja schon sehr froh, wenn man immer eine ordentliche Antwort auf geschäftliche E-Mails oder Beschwerden bekäme. Und man sollte sich als Institution vor allem nicht ständig in alles einmischen und kommentieren. Brandeins zum Beispiel macht wunderschöne Posts auf Facebook, die ich gerne teile. Aber ich möchte einfach nicht auf jeden Kommentar von mir eine Antwort von deren Online-Redaktion lesen (egal ob zustimmend oder ablehnend). Man möchte eigentlich in Kommunikation mit anderen Lesern treten, aber genau die wird dadurch verhindert.

Auch die dazugehörige PR-Kampagne “das Deutschlandprinzip” der Initiative NSM könnte Studenten als abschreckendes Beispiel dafür dienen, wie man so etwas genau NICHT machen sollte (Lauter Männer, die üblichen Lobbyisten-Nasen und die eine Quotenfrau – Suckale natürlich) mit ein paar neoliberalen Schlagwörtern (“Regulierung abschaffen, Bürokratie abschaffen – warum sie dann etwa für ein Bürokratiemonster wie CETA mit tausenden von bedruckten Seiten eintreten wird für immer ihr Geheimnis bleiben). Wenn man sich überlegt, wie viel Geld für so eine Kampagne ausgegeben wird und was man dafür sinnvolleres hätte tun können…schon tragisch. Es ist offenkundig, warum Berater ihre Auftraggeber nur selten vor solchem Unfug bewahren bzw. ihnen genau einen solchen Unfug liefern. Es würden ihnen einfach ein Millionen-Auftrag flöten gehen. Oder – in den allermeisten Fällen – die PR-Berater glauben einfach selber an das was sie tun. Wie kann das sein?

Die amerikanisch Soziologin Mary Douglas hat mit Referenz auf die Arbeiten von Ludwig Fleck sehr schön beschrieben, wie unmerklich Institutionen unser Denken prägen (“Wie Institutionen denken” ). Wer auf die genannte Frage eine Antwort sucht (und auf eine ganze Reihe von anderen Fragen nach dem Verhalten von Managern und Politikern und wie dies zu erklären ist), wird in diesem Buch mit Sicherheit fündig werden:
“The individual within the collective is never, or hardly ever, conscious of the prevailing thought style which almost always exerts an absolutely compulsive force upon his thinking, and with which it is not possible to be at variance. (Fleck 1935, S. 41, zit, nach Douglas, S. 13)

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Management by Objectives

Peter Drucker der “Erfinder” des Management by Objectives (Management per Zielvereinbarung hat in seinem Buch “The Practice of Management” (1954) mal gesagt: “Management by Objectives (Managen per Zielvereinbarung) ist nur ein weiteres Tool, mehr nicht. Es ist nicht die magische Kur für Managementineffizienz. Es funktioniert, wenn die Ziele bekannt sind. In 90 Prozent der Fälle ist das nicht der Fall.”

Man muss sehen, in welcher Zeit das erfunden wurde, in einer Comand-and-Control-Kultur, also Organisationen noch streng nach Befehl und Gehorsam geführt wurden. Damals war es visionär als ein Mittel, das zum ersten Mal so etwas Partizipation ermöglichte. Aber ich glaube viele Managementtheoretiker und -praktiker haben den Mann völlig falsch verstanden oder wollten ihn auch falsch verstehen. Das Ergebnis ist bekannt…..monströse bürokratische Systeme die einen großen Teil der Mitarbeiter demotivieren und ihre Zweck nicht erfüllen (außer dem dem, ein pseudogerechtes System für die Verteilung für Boni zu schaffen).

Das wirklich wichtige (Mitarbeitergespräch, Entwicklung, Vertrauen) gerät dabei oft völlig in den Hintergrund. Dass diese Systeme jemals wieder abgeschafft würde braucht leider trotzdem niemand zu hoffen….statt dessen wird alles nur noch monströser.

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